CBG steht inzwischen auf vielen Hanfprodukten, oft direkt neben CBD. Hinter den drei Buchstaben steckt Cannabigerol, ein Cannabinoid mit einer besonderen Stellung in der Pflanze: Aus seiner Säureform entstehen die bekannteren Verbindungen. Drei Punkte machen den Stoff greifbar: wie er gebildet wird, worin er sich von CBD unterscheidet und wie du die Angaben auf einem Öl liest.
Was ist CBG?
CBG ist die Abkürzung für Cannabigerol. Gemeint ist ein Phytocannabinoid, also eine Verbindung, die die Hanfpflanze Cannabis sativa L. selbst bildet. Erstmals isoliert wurde der Stoff 1964, seine Struktur wurde danach durch chemische Synthese bestätigt. So fasst es eine Übersichtsarbeit zusammen, die 2022 im International Journal of Molecular Sciences erschienen ist.
In der Fachliteratur wird Cannabigerol als nicht psychotrop beschrieben. Der Stoff wird also nicht mit dem Rausch verbunden, für den THC bekannt ist. Das ist eine Einordnung der Substanz und kein Hinweis auf einen Nutzen. In den meisten Pflanzen kommt CBG in deutlich kleineren Mengen vor als CBD oder THC. Lange wurde es deshalb wenig beachtet, als eigene Angabe auf Etiketten taucht es erst seit einigen Jahren auf.
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Was bedeuten Cannabigerol und CBGA?
Auf Etiketten und in Laborberichten begegnen dir zwei Kürzel, die leicht verwechselt werden. CBG bezeichnet die neutrale Form des Moleküls. CBGA steht für Cannabigerolsäure, im Englischen cannabigerolic acid, daher das A am Ende. Die lebende Pflanze bildet zunächst die Säureform.

Aus CBGA wird CBG, wenn sich Kohlendioxid abspaltet. Fachleute nennen diesen Schritt Decarboxylierung. Er läuft ohne Enzyme ab und wird durch Wärme beschleunigt. Dasselbe Prinzip gilt für andere Cannabinoide: Auch CBD und THC liegen in der Pflanze zuerst als Säuren vor, als CBDA und THCA.
Die Fachliteratur fasst Cannabigerol außerdem mit einigen eng verwandten Verbindungen zu einer eigenen Gruppe zusammen, den Cannabinoiden vom Cannabigerol-Typ. Dazu zählen neben CBG und CBGA unter anderem Cannabigerovarin (CBGV) und dessen Säureform. Für den Alltag sind diese Namen selten wichtig. Tauchen sie in einem Laborbericht auf, weißt du aber, wohin sie gehören.
Wie entsteht Cannabigerol in der Hanfpflanze?
Cannabinoide entstehen in den Drüsenhaaren der Pflanze, den Trichomen. Dort verbindet die Pflanze zwei Bausteine, Olivetolsäure und Geranyldiphosphat, zu CBGA. Diese Säure ist der Ausgangspunkt für mehrere Stoffwechselwege.
Enzyme, die sogenannten Synthasen, bauen CBGA anschließend um. Die THCA-Synthase bildet daraus Tetrahydrocannabinolsäure, die CBDA-Synthase Cannabidiolsäure, ein weiterer Weg führt zur Cannabichromensäure. Weil CBGA am Anfang dieser Wege steht, wird Cannabigerol oft Mutter-Cannabinoid oder Stammverbindung genannt. Der Beiname beschreibt die Rolle im Stoffwechsel der Pflanze. Über Qualität oder Nutzen sagt er nichts.
Warum enthält Hanf meist nur wenig davon?
Die Synthasen verbrauchen den größten Teil der Vorstufe. Was nicht umgebaut wird, bleibt als CBGA zurück und wird später zu CBG. In den meisten Pflanzen ist das nur ein kleiner Rest. Die Fachliteratur beschreibt allerdings Züchtungen, in denen die Aktivität dieser Enzyme verringert ist. Dort macht CBG einen großen Teil der Cannabinoide aus, und einige Nutzhanfsorten gelten als reich an Cannabigerol. Aus solchen Sorten stammen die Extrakte, die heute als CBG Öl angeboten werden.
Worin unterscheidet sich CBG von CBD?
CBD steht für Cannabidiol. Beide Stoffe gehören zu den Phytocannabinoiden, beide werden als nicht berauschend beschrieben, und beide werden häufig als Öl angeboten. Trotzdem sind es verschiedene Moleküle mit eigener Struktur.

Drei Unterschiede lassen sich sachlich benennen. Erstens die Herkunft im Stoffwechsel: CBD geht über die Zwischenstufe CBDA aus CBGA hervor, Cannabigerol steht also eine Stufe früher. Zweitens die Menge: CBD ist in vielen Hanfsorten eines der häufigsten Cannabinoide, CBG eines der selteneren. Drittens der Forschungsstand: Schon Ende 2009 hielt eine Arbeit im British Journal of Pharmacology fest, dass die Pharmakologie der meisten Phytocannabinoide kaum untersucht ist und THC und CBD zu den wenigen Ausnahmen gehören. Für Cannabigerol gilt das bis heute in abgeschwächter Form.
Welche Rezeptoren in Laborversuchen untersucht wurden und warum daraus keine Versprechen folgen, steht im Ratgeber zur CBG Wirkung. Zur rechtlichen Einordnung (Stand 10/2026): Cannabigerol steht nicht in den Anlagen des Betäubungsmittelgesetzes, und als pflanzlicher Inhaltsstoff aus Nutzhanf gelten dieselben Bedingungen wie bei CBD, also Nutzhanf im Sinne von § 1 Nr. 9 KCanG mit höchstens 0,3% THC.
Was heißt Vollspektrum bei einem CBG Öl?
Ein Öl mit Cannabigerol besteht aus einem Hanfextrakt und einem Trägeröl. Die Prozentangabe auf dem Etikett nennt den ausgewiesenen Anteil des Cannabinoids am Inhalt. Vollspektrum ist eine im Handel übliche Bezeichnung für Extrakte, in denen neben dem Hauptstoff weitere Pflanzenstoffe erhalten bleiben, etwa andere Cannabinoide und Terpene. Welche das im Einzelfall sind, legt das Wort nicht fest.
Auskunft gibt das Analysezertifikat der jeweiligen Charge. Dort stehen die gemessenen Gehalte an CBG, CBD und THC, das Prüfdatum und das Labor. Wie du solche Dokumente und die Berichte anderer Käufer liest, erklärt der Ratgeber CBG Öl Erfahrungen. Empfehlungen zu Verzehr oder Mengen findest du in unseren Ratgebern nicht.
Welche Fragen zu Cannabigerol sind noch offen?
Die Chemie des Moleküls und seine Entstehung in der Pflanze sind gut beschrieben. Anders sieht es beim Menschen aus. Eine Übersichtsarbeit von 2022 hält fest, dass die Aufnahme und Verarbeitung von CBG im menschlichen Körper noch nicht ausreichend charakterisiert ist. Viele Befunde stammen aus Versuchen an Zellen und Tieren und lassen sich nicht einfach übertragen.
Für die Einordnung reicht deshalb ein nüchterner Dreiklang. Cannabigerol ist ein eigenständiges Cannabinoid und kein anderes Wort für CBD. In der Pflanze steht seine Säureform am Anfang der Cannabinoid-Bildung. Und was ein Produkt enthält, belegt die Analyse der Charge, nicht der Name auf der Flasche. Im Laden in Hamburg kannst du dir die Angaben auf Etikett und Zertifikat erklären lassen.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Er ist keine Rechtsberatung; die Rechtslage kann sich ändern. Abgabe nur an Erwachsene ab 18 Jahren. Stand: 10/2026.


