Was ist THCP? Chemie, Entdeckung und Einordnung

Was ist THCP? Das Kürzel steht für Tetrahydrocannabiphorol. Entdeckt wurde es 2019, in Deutschland fällt es unter das NpSG.

Was ist THCP: Molekülmodell aus Holzkugeln neben einem Glasfläschchen mit goldgelber Flüssigkeit und einem Hanfblatt

Das Wichtigste in Kürze

  • THCP steht für Tetrahydrocannabiphorol, ein Cannabinoid mit einer Seitenkette aus sieben Kohlenstoffatomen.
  • Eine italienische Forschungsgruppe hat den Stoff Ende 2019 erstmals in einer Cannabissorte nachgewiesen.
  • In der untersuchten Pflanze lag THCP nur in Spuren vor, weit unter dem Gehalt an THC.
  • Seit dem 27.06.2024 ist THCP in Deutschland vom NpSG erfasst und nicht verkehrsfähig.

THCP im Überblick

Voller Name
Tetrahydrocannabiphorol, auch THC-P geschrieben
Erstbeschreibung
30.12.2019 in Scientific Reports
Besonderheit
Seitenkette aus sieben statt fünf Kohlenstoffatomen
Vorkommen
In der untersuchten Sorte rund 29 Mikrogramm je Gramm
Daten am Menschen
Keine Studie in der Erstbeschreibung
Status in Deutschland
Seit 27.06.2024 vom NpSG erfasst, nicht verkehrsfähig

Stand 10/2026. Keine Rechtsberatung; die Rechtslage kann sich ändern.

Rechtlicher Hinweis: THCP fällt in Deutschland unter das NpSG und ist nicht verkehrsfähig. Wir verkaufen ausschließlich legale Alternativen. Keine Rechtsberatung; die Rechtslage kann sich ändern (Stand: 10/2026).

THCP ist die Abkürzung für Tetrahydrocannabiphorol. Eine Forschungsgruppe aus Italien hat den Stoff Ende 2019 erstmals in einer Hanfpflanze nachgewiesen und beschrieben.

Was ist THCP?

THCP ist ein Phytocannabinoid, also ein Cannabinoid, das die Pflanze Cannabis sativa selbst bildet. Im Aufbau gleicht das Molekül dem bekannten Delta-9-THC bis auf eine Stelle: die Seitenkette. Bei THC besteht sie aus fünf Kohlenstoffatomen, bei THCP aus sieben. Die Schreibweisen THCP, THC-P und Delta-9-THCP meinen denselben Stoff, der ausgeschriebene Name lautet Tetrahydrocannabiphorol.

Im Handel stand das Kürzel eine Zeit lang auf Vapes und Liquids. Seit dem 27.06.2024 ist der Stoff in Deutschland vom Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz (NpSG) erfasst und nicht verkehrsfähig. Der Wundermittel Store verkauft kein THCP. Im Sortiment findest du Superior Vapes als Alternative. Superior Vapes ist der Name einer Produktlinie und keine Stoffbezeichnung.

Wie ist das Molekül aufgebaut?

Cannabinoide vom Typ des THC bestehen aus einem Gerüst aus drei verbundenen Ringen und einer Kette aus Kohlenstoffatomen, die an einem der Ringe hängt. Die Chemie ordnet dieses Gerüst den Abkömmlingen des Dibenzopyrans zu, in der genauen Bezeichnung 6H-Benzo(c)chromen-1-ol. Dieselbe Bezeichnung verwendet die Anlage 1 des NpSG, wenn sie die Stoffgruppe beschreibt.

Molekülmodell mit langer Kette im Stativ, Aufbau des THCP Moleküls

Was unterscheidet die Seitenkette von der des THC?

Die Entdecker beschreiben THCP als Stoff mit derselben Struktur wie Delta-9-THC, aber mit einer Seitenkette aus sieben Gliedern. Solche Reihen, in denen sich Verbindungen nur in der Länge einer Kette unterscheiden, nennt die Chemie homologe Reihen. Die Veröffentlichung nennt neben der bekannten Form mit fünf Gliedern auch Formen mit drei und mit vier Gliedern. THCP ist in dieser Reihe das Glied mit der längsten Kette, das die Gruppe in der Pflanze nachgewiesen hat.

Warum interessiert sich die Forschung für die Kettenlänge?

Die Gruppe hat gemessen, wie fest der Stoff an die beiden Cannabinoid-Rezeptoren CB1 und CB2 bindet. Für den menschlichen CB1-Rezeptor nennt sie einen Ki-Wert von 1,2 nM für THCP und stellt ihm 40 nM für Delta-9-THC gegenüber. Je kleiner dieser Wert, desto fester die Bindung im Versuch. Die Autoren fassen den Abstand als 33-fach zusammen. Das ist ein Messwert aus dem Labor und keine Aussage darüber, wie ein Mensch den Stoff wahrnimmt.

Seit wann ist der Stoff bekannt?

Die Erstbeschreibung erschien am 30.12.2019 in der Fachzeitschrift Scientific Reports. Das Team um Cinzia Citti und Pasquale Linciano untersuchte eine Cannabissorte mit der Bezeichnung FM2 und fand darin zwei bis dahin unbekannte Verbindungen mit einer Seitenkette aus sieben Gliedern: THCP und das verwandte CBDP. Die Gruppe stellte beide Stoffe zusätzlich im Labor her, um die Funde aus der Pflanze mit Vergleichsmaterial abzusichern.

Wie viel davon steckt in der Pflanze?

Sehr wenig. Für die untersuchte Sorte gibt die Veröffentlichung rund 29 Mikrogramm THCP je Gramm an, ermittelt mit einem halbquantitativen Verfahren. Delta-9-THC lag in derselben Probe bei 39 Milligramm je Gramm, also bei mehr als dem Tausendfachen. Die Arbeit beschreibt eine einzelne Sorte. Ob andere Sorten mehr oder weniger davon bilden, beantwortet sie nicht. Die Autoren regen an, THCP künftig in die Liste der Cannabinoide aufzunehmen, die bei Analysen bestimmt werden.

Woher stammte der Stoff in Handelsware?

Bei Mengen im Bereich von Mikrogramm je Gramm liegt nahe, dass der Inhalt früherer Handelsware nicht einfach aus der Pflanze gewonnen wurde. Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2026 führt Analoga von THCP unter den verbreiteten halbsynthetischen Cannabinoiden. Halbsynthetisch heißt: Ausgangspunkt ist ein Stoff aus der Pflanze, der im Labor chemisch verändert wird. Welchen Weg ein einzelnes Produkt genommen hat, lässt sich am Namen nicht ablesen.

Was hat die Forschung an dem Stoff untersucht?

Neben der Bindung an Rezeptoren enthält die Erstbeschreibung einen Versuch an Mäusen. Der sogenannte Tetrad-Test erfasst vier Messgrößen: Bewegung, Körpertemperatur, Starre und die Reaktion auf einen Wärmereiz. Die Autoren berichten, dass THCP in allen vier Größen Veränderungen auslöste, wie sie für Stoffe typisch sind, die am CB1-Rezeptor ansetzen.

Forschungsarbeiten mit Klammern auf Laborbank, Forschung zu THCP

Mehr liegt aus dieser Quelle nicht vor. Die Arbeit enthält keine Untersuchung am Menschen, und die Autoren schreiben selbst, dass weitere Studien zur pharmakologischen Aktivität laufen. Was sich aus den Daten ableiten lässt und wo die Grenzen liegen, ordnet der Beitrag THCP Wirkung ein.

Warum fällt der Stoff unter das NpSG?

Das NpSG arbeitet nicht mit einer Liste einzelner Namen. Seine Anlage 1 beschreibt Stoffgruppen über ein Kerngerüst und die Reste, die daran hängen dürfen. Unter Nummer 2.3 stehen die von 6H-Benzo(c)chromen-1-ol abgeleiteten Verbindungen, begrenzt auf eine Molekülmasse von höchstens 600 u. In diese Gruppe gehört das Gerüst des THC und seiner Verwandten. THCP ist seit dem 27.06.2024 vom NpSG erfasst.

Handeltreiben, Herstellen und Verbringen sind nach § 4 NpSG strafbar. Was das Gesetz im Einzelnen verbietet und wie die Vorschriften aufgebaut sind, steht im Beitrag THCP legal.

Gilt das auch für abgewandelte Stoffe mit anderem Namen?

Die Vorbemerkung der Anlage 1 schließt Stereoisomere, Salze und geladene Formen eines erfassten Stoffes ausdrücklich ein. Das NpSG erfasst Stoffgruppen; aus dem Fehlen eines Namens folgt nicht, dass ein Stoff nicht erfasst ist. Ob eine bestimmte Verbindung in eine Gruppe fällt, entscheidet ihre Struktur. Diese Prüfung ist Sache von Fachleuten und Behörden.

Was sagt der Name auf einer Verpackung aus?

Ein Name auf einer Verpackung ist eine Angabe des Herstellers. Was eine Charge enthält, zeigt erst die Analyse. Die Übersichtsarbeit von 2026 berichtet, dass Untersuchungen bei Produkten mit halbsynthetischen Cannabinoiden Abweichungen zwischen Kennzeichnung und tatsächlicher Zusammensetzung gefunden haben, darunter nicht deklarierte Stoffe, Verunreinigungen und Lösungsmittelreste.

Daraus folgt eine einfache Regel: Der Laborbericht der Charge zählt, nicht das Etikett. Ein brauchbarer Bericht nennt das Labor, das Datum, die Chargennummer und die untersuchten Verbindungen. Dieselbe Vorsicht gilt für Schilderungen im Netz, die sich auf ein Produkt mit unbekanntem Inhalt beziehen. Wie du solche Schilderungen liest, zeigt der Beitrag THCP Erfahrungen.

Wo bekommst du verlässliche Auskunft?

Für die Chemie und den Stand der Forschung ist die Erstbeschreibung von 2019 die Grundlage, sie ist frei zugänglich. Für die Rechtslage gilt der Gesetzestext in der jeweils aktuellen Fassung auf gesetze-im-internet.de. Texte von Händlern und Beiträge in Foren ersetzen beides nicht.

Fragen zu Geräten, Füllmengen und zum Laborbericht eines Produkts aus dem Sortiment beantwortet die Beratung im Ladengeschäft in Hamburg, Hoheluftchaussee 123. Eine verbindliche rechtliche Auskunft gibt nur eine Rechtsberatung.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Er ist keine Rechtsberatung; die Rechtslage kann sich ändern. Abgabe nur an Erwachsene ab 18 Jahren. Stand: 10/2026.

Häufige Fragen zu Was ist THCP

Was ist THCP in einem Satz?

THCP ist die Abkürzung für Tetrahydrocannabiphorol, ein Cannabinoid der Hanfpflanze, das im Aufbau dem THC gleicht, aber eine Seitenkette aus sieben statt fünf Kohlenstoffatomen trägt. Eine Forschungsgruppe aus Italien hat den Stoff 2019 erstmals beschrieben.

Was ist THCP im Unterschied zu THC?

Beide Stoffe haben dasselbe Grundgerüst und unterscheiden sich in der Länge der Seitenkette: fünf Kohlenstoffatome bei THC, sieben bei THCP. Die Entdecker haben im Labor eine festere Bindung von THCP an den CB1-Rezeptor gemessen. Daten aus Studien am Menschen gibt es dazu nicht.

Was ist THCP: ein natürlicher oder ein hergestellter Stoff?

Der Stoff wurde in einer Cannabissorte nachgewiesen, dort aber nur in Spuren von rund 29 Mikrogramm je Gramm. Fachliteratur führt Analoga von THCP unter den halbsynthetischen Cannabinoiden. Welchen Weg ein einzelnes Produkt genommen hat, zeigt der Name nicht.

Was ist THCP auf einer Verpackung wert, wenn der Laborbericht fehlt?

Wenig. Der Name auf der Verpackung ist eine Angabe des Herstellers, und Fachliteratur berichtet von Abweichungen zwischen Kennzeichnung und tatsächlichem Inhalt. Was eine Charge enthält, zeigt nur der Laborbericht mit derselben Chargennummer.

Was ist THCP in der Schreibweise THC-P?

Dasselbe. THCP, THC-P und Delta-9-THCP sind Schreibweisen für Tetrahydrocannabiphorol. Die Schreibweise ändert nichts an der Struktur und damit nichts an der Einordnung des Stoffes.

Quellen

  1. A novel phytocannabinoid isolated from Cannabis sativa L. with an in vivo cannabimimetic activity higher than Δ9-tetrahydrocannabinol: Δ9-Tetrahydrocannabiphorol (Citti, Linciano et al.), Scientific Reports, DOI 10.1038/s41598-019-56785-1 (2019)Stützt die Aussagen zu Struktur, Seitenkette, Entdeckung in der Sorte FM2, den gemessenen Mengen und den Bindungswerten am CB1-Rezeptor.
  2. Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz (NpSG), Anlage 1, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de (2025)Stützt die Aussage, dass das NpSG Stoffgruppen über ein Kerngerüst beschreibt und unter Nummer 2.3 die von 6H-Benzo(c)chromen-1-ol abgeleiteten Verbindungen nennt.
  3. Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz (NpSG), § 4 Strafvorschriften, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de (2026)Stützt die Aussage, dass Handeltreiben, Herstellen und Verbringen eines vom NpSG erfassten Stoffes strafbar sind.
  4. Semi-Synthetic Cannabinoids in Forensic Toxicology and Public Health: Analytical Challenges, Emerging Detection Strategies, and Regulatory Implications (Aldasem et al.), Pharmaceuticals (Basel), DOI 10.3390/ph19071022 (2026)Stützt die Aussagen, dass Analoga von THCP zu den verbreiteten halbsynthetischen Cannabinoiden zählen und Kennzeichnung und Zusammensetzung von Produkten voneinander abweichen können.